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Wer ist der heilige Geist? Die Trinitätslehre und ihre Kirchengeschichte
Steht die Trinität im Ursprünglichen? Wie steht es geschrieben.
Bilden Sie selbst Ihr Urteil und Forschen Sie unter Gebet in der Heiligen Schrift, dem Buch der Bücher, der Bibel.
Trinität aktuell:
Das “Comma Johanneum”
B. M. Metzger, erinnerte in seinem Buch “Der Text des Neuen Testaments. Einführung in die neutestamentliche Textkritik” 1966 daran, dass der von den Anhängern der Trinitätslehre verwendete Text in 1. Joh. 5, 7-8 von allen bekannten griechischen Handschriften, nur drei diesen Text enthielten. Die Zeitdatierung dieser Handschriften ergibt jedoch einwandfrei, dass keine davon älter als 1000 n. Chr. ist und somit in den älteren Überlieferungen fehlt. Diese historischen Fakten sollten bei der Bewertung dieser Textstelle nicht fehlen. Auch Dr. Martin Luther nahm diese Textstelle nicht in seiner ursprünglichen Übersetzung auf.
Der nachfolgende Auszug aus dem o.g. Buch entstammt aus dem dritten Kapitel “III: Die vorkritische Periode: Textus receptus”:
Die Aufnahme, die die Ausgabe des Erasmus, das erste griechische Neue Testament, das veröffentlicht wurde, fand, war unterschiedlich. Einerseits fand sie viele Käufer; binnen drei Jahren wurde eine Neuauflage verlangt, und die Gesamtzahl der beiden Auflagen lag bei 3300. Die zweite Auflage wurde die Grundlage für Luthers Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche (1). Anderseits wurde das Werk des Erasmus in manchen Kreisen argwöhnisch, ja sogar mit offener Feindschaft, aufgenommen.
Seine elegante lateinische Übersetzung, die in vieler Weise von der Vulgata des Hieronymus abwich, wurde als eine unverschämte Neuerung angesehen. Besonders wurden die kurzen Anmerkungen angegriffen, in denen Erasmus seine Übersetzung zu rechtfertigen suchte. Unter den philologischen Erklärungen hatte er nicht wenige bissige Spitzen versteckt, die gegen das Lotterleben vieler Priester gerichtet waren. Um mit J. A. Froude zu sprechen: > Die Kleriker hatten von langer Straflosigkeit eine empfindliche Haut. Jetzt zeterten sie von Kanzel und Katheder und erüllten mit ihrem Lärmen Europas <(2). Eine Folge war, dass Universitäten - auch Cambridge und Oxford unter ihnen - den Studenten untersagten, die Schriften des Erasmus zu lesen, oder den Buchhändlern den Verkauf derselben verboten <(3).
Unter den kritischen Stimmen, die sich gegen Erasmus erhoben, war wohl eine der ernsthaftesten der Einwand des Stunica, dass in seinem Text ein Teil des letzten Kapitels des 1. Johannesbriefes fehlte, nämlich die trinitarische Stelle > Der Vater, das Wort und der heilige Geist; und die drei sind eins; und drei sind die auf Erden Zeugnis geben... < (1. Joh. 5,7-8 Nestle 25 App zSt).
Erasmus erwiderte, dass er keine Handschrift gefunden hätte, die diese Worte enthielt, obwohl er in der Zwischenzeit verschiedene andere überprüft hätte außer denen, auf die er sich verlassen hatte, als er zum ersten Male seine Text besorgte.
In einem unbedachten Augenblick versprach Erasmus, das so genannte Comma Johanneum in späteren Auflagen in seinen Text einzufügen, wenn man auch nur eine einzige griechische Handschrift fände, die diese Stelle enthielte. Schließlich fand man eine solche Handschrift - oder fertigte sie auf Bestellung an. Wie es jetzt scheint, wurde die griechische Handschrift wahrscheinlich in Oxford um 1520 von einem Franziskanerbruder namens Foy (oder Roy) geschrieben, der die umstrittenen Worte aus der Vulgata entnahm(4).
Erasmus stand zu seinem Versprechen und fügte die Stelle in seiner dritten Auflage ein (1522); in einer umfangreichen Fußnote äußert er jedoch seinen Verdacht, die Handschrift wäre eigens dazu hergestellt worden, ihn zu widerlegen(5).
Unter der Tausenden von griechischen Handschriften, die seit der Zeit des Erasmus überprüft wurden, gibt es es nur drei weitere, die diese unechte Stelle enthalten. Es sind dies die Minuskel 88 (Gregory), eine Handschrift aus dem 12. Jahrhundert, in der das Comma Johanneum in einer Schrift des 17. Jahrhunderts am Rande eingetragen ist; weiter w 110 (Tischendorf), eine handschriftliche Kopie des Textes der complutensischen Polyglotte; ferner die Minuskel 629, die aus dem 16. Jahrhundert oder, wie Riggenbach wahrscheinlich nachgewiesen hat, aus der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts datiert(6).
Das älteste bekannte Zitat des Comma steht in einem Traktat aus dem vierten Jahrhundert (Liber apologeticus Kp 4), der entweder Pricillian oder seinem Schüler, dem spanischen Bischof Instantius, zuzuschreiben ist. Das Comma war ursprünglich wahrscheinlich Bestandteil einer allegorischen Auslegung der > drei Zeugen < im Text und mag als Randbemerkung in einer lateinischen Handschrift des 1. Johannesbriefes gestanden haben, von wo es noch im fünften Jahrhundert in den Text der altlateinischen Bibel kam.
Die Stelle erscheint erst etwa 800 n. Chr. in Handschriften der Vulgata. Im Blick auf seine Einfügung in den Text der Clementina von 1592 erließ das Heilige Offizium in Rom, der höchste kirchliche Gerichtshof, im Jahre 1897 einen verbindlichen Erlass, der von Papst Leo XIII gebilligt und bestätigt wurde, dass es gefährlich sei zu behaupten, dieser Vers sei kein authentischer Teil des 1. Johannesbriefes. Später (am 2.6.1927) hat allerdings das Heilige Offizium erklärt, dass sein Dekret nicht darauf abziele, katholische Forscher daran zu hindern, die Materie eingehend zu untersuchen oder eine Meinung zu vertreten, die der Authentizität der Stelle entgegensteht - vorausgesetzt, dass sie sich bereit erklären, sich dem Urteil der Kirche anzuschließen(7).
Viele moderne katholische Exegeten sind zu der Ansicht gelangt, dass das Comma nicht zum griechischen Neuen Testament gehört. So bieten beispielsweise die vier zweisprachigen Ausgaben von Bover, Merk, Nolli und Vogels die Worte als Bestandteil des vom Konzil zu Trier gebilligten Textes der Vulgata, lassen sie aber im gegenüberliegenden griechischen Text aus(8).
Anmerkung:
1. # 13: Es ist oft darüber diskutiert worden, in wie weit Luthers Übersetzung auf dem griechischen Text beruht. In neuerer Zeit hat H. Dibbelt, Archiv für Reformationsgeschichte 38 (1941) 300 - 330 behauptet, dass die Übersetzung nur gelegentlich den griechischen Text zu Rate zieht. Dagegen nimmt H. Bornkamm ThLZ 72 (1947) 23 - 28 an, dass Luther nach der Verbindung von griechischen und lateinischen Text in der Ausgabe des Erasmus und nach der Vulgata, die er im Kopf hatte, übersetzte.
2. # 14: J. A. Froude, Life and Letters of Erasmus (1896) 127; vgl. A. Bludau, Die beiden ersten Erasmus-Ausgaben des Neuen Testaments und ihre Gegner (1902).
3. # 15: Froude aaO (-> A 14) 138.
4. # 16: Vgl. J. R. Harris, The Orgigin of the Leicester Codex of the New Testament (1887) 40 - 53; C. H. Turner, The Early Printed Editions of the Greek Testament (1924) 23 - 24.
5. # 17: Heute öffnet sich der Codex (Bezeichnung nach Gregory 61) im Trinity College in Dublin fast von selbst bei 1. Joh. 5 - so oft ist an dieser Stelle nachgeschlagen worden !
6. # 18: E. Riggenbach, Das Comma Johanneum (1928).
7. # 19: H. Denzinger - H. A. Schönmetzer, Enchiridion symbolorum, 33 (1965) Nr. 3681 f (ältere Auflage Nr. 2198); Enchiridion biblicum, 3. Auflage (1956) Nr. 136.
8. # 20: Eine eingehende Untersuchung von einem bekannten römisch-katholischen Fachgelehrten der Textkritik ist der Artk. von T. Ayuso Marazuela, Nuevo estudio sobre el > Comma Johanneum <, Biblica 28 (1947) 83 - 112. 216 - 235; 29 (1948) 52 - 76.
Der Kommentar:
Die oben angeführte Abhandlung zeigt, dass es der katholischen Geistlichkeit niemals darum ging, das Dogma der Trinität unter dem Gesichtspunkt objektiver, historischer Fakten zu überprüfen. Sondern, wenn es in ihrem Interesse lag, setzen sie auf Fälschung, in der Hoffnung, dass der Betrug - sofern er überhaupt öffentlich wurde - keine nennenswerten Veränderungen bewirken würde. Das war bei den “Konstantinischen Schenkungen” der Fall und auch bei der Textverfälschung im 1. Johannesbrief.
Für adventistische Theologen sollte eigentlich ein anderer Wert höheren Rang besitzen: Die Liebe zur Wahrheit!
Obwohl Luther diese Stelle ohne das “Comma Johanneum” übersetzt hatte und in seiner original Ausgabe (1534) nicht vor kam, findet sich diese Stelle bereits in der Übersetzung von 1545 und den folgenden (Editor siehe integrierte Bibel auf dieser Internetplattform). Erst ab der revidierten Ausgabe von 1912 wurde der umstrittene Text entfernt - jeder kann das nachlesen - und mit einem Hinweis zu diesem Text versehen. Dort stand:
“Die in früheren Bibelausgaben Vers 7 und Vers 8 stehenden weiteren Worte: “Drei sind, die da zeugen im Himmel: Der Vater, das Wort und der heilige Geist; und diese drei sind eins” finden sich weder in den Handschriften des griechischen Textes noch in Luthers eigener Übersetzung.” Dieser Hinweis fehlt heute ganz in der Lutherbibeln. Ende des Artikels “Das Comma Johanneum”
... bitte sehen Sie weiter zum Thema “Trinität” unter wikipedia.de !
Wie steht es geschrieben:
Sehen Sie sich zum Thema “Trinität” auch den Vers 19 im Matthäus Evangelium, Kapitel 28 an. Im Neuen Testament wird uns an verschiedenen Bibelstellen gezeigt, dass bei jeglichen Taufen immer auf den Namen “Jesu” getauft wurde. Die einzigen Stellen der Trinität befinden sich
- einmal im Matthäus 28,19 (hinsichtlich der Taufe) - und im 1. Johannes 5,7-8 (Trinität).
Jeder forsche unter Gebet in der Heiligen Schrift und lasse sich durch den Geist GOTTES inspirieren.
Weitere Bibelstellen zur >> Trinität >>:
Offenbarung 3,12-14 und Hebräer Kapitel 11
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